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Buttenmost von der Familie Vögtli/Ming aus Hochwald

Seit mindestens fünf Generationen stellt unsere Familie in Hochwald Buttenmost her. Die Butten werden dabei zunächst gehackt und dann mehrmals durch immer feiner werdende Siebe gepresst, sodass der Buttenmost von Kernen und Härchen befreit wird. Der frische Buttenmost ist gekühlt etwa drei Tage haltbar. Zu Konfitüre weiterverarbeitet, erhöht sich die Haltbarkeit des vitaminreichen Buttenmosts auf ein Jahr – also bis zur nächsten Buttenmost-Saison.

Die Geschichte des Buttenmost

Einer mündlichen Überlieferung zufolge soll die Hochwaldnerin Maria-Josepha Vögtli (1829-1896) Mitte des 19. Jahrhunderts das Rezept für den Buttenmost von einem Haushaltslehreaufenthalt in Zürich nach Hochwald gebracht haben. Dort begann sie mit der Herstellung des Buttenmostes und andere Bauernfamilien folgten bald ihrem Beispiel. Eine regionale Spezialität war geboren! Bald darauf, im Jahre 1852, fuhr die erste Hochwaldnerin mit Ross und Wagen nach Basel und verkaufte dort den Buttenmost.

Die Baslerin Johanna Von der Mühll beschreibt in ihren Erinnerungen an das Basel der Jahrhundertwende die Arbeit der Bäuerinnen von Hochwald: „Es (das Buttenfleisch) wird mit sorgfältiger Achtsamkeit durch feine Siebe passiert und das so gewonnene hellrote Mark in grosse hölzerne Bütten oder Standen gefüllt. Diese Bütten werden auf Handwägelein geladen und in die Stadt gestossen, wo im Handumdrehen die Ware abgesetzt ist.“ Sie erwähnt zudem, dass der Buttenmost von den Frauen in Hochwald “erfunden” worden sei.

Zur Zeit Maria-Josepha Vögtlis legte man die Hagebutte noch auf ein Holzbrett und zerklopfte sie mit einem Holzhammer. So sollen die Hochwaldner auch zu ihrem Spitznamen „Buttenklopfer“ gekommen sein. Man trug dabei mit Vorteil Lederhandschuhe, da die Härchen der Hagebutte die Haut stark reizten. Eine Frau, geboren 1930, berichtet, dass ihr Vater die Hagebutten während des 1. Weltkrieges noch so bearbeitete. Damals sollen die Frauen zu Fuss nach Basel gegangen sein, den Buttenmost in einem Holzgefäss auf dem Kopf tragend,  von Haus zu Haus ziehend, verkauften sie den Buttenmost.

Heute wird der Buttenmost direkt ab Hof sowie in mehreren Geschäften und an Märkten verkauft. Details dazu finden sie hier.

Quelle: Kulinarisches Erbe der Schweiz